Über die Filmografie von Robert De Niro
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Robert De Niro gehört zu den Schauspielern, die jeden und alles spielen können, selbst einen Hocker. Nur De Niro kann diese Rolle aber so darstellen, dass jeder zum Weinen gebracht wird. Der herausragende US-amerikanische Schauspieler wird schon lange zu den „heiligen Kühen“ von Hollywood hinzugezählt.


Robert De Niro

Er besitzt zwar nur zwei Oscar-Auszeichnungen, wenn aber die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ihm eine Auszeichnung jedes Mal verliehen hätte, wenn er es verdient hat, hätten die anderen dann so gut wie nichts bekommen. De Niro verfügt über eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit und ist als Schauspieler bereits seit vierzig Jahren aktiv. Trotz seiner beachtlichen Filmografie sucht er sich seine Rollen immer mit Bedacht aus.

Alles ist sehr ernsthaft!


Er hat keine Durchgangsrollen: Natürlich wurden nicht alle davon eine Offenbarung, aber jede wurde von ihm einwandfrei und tadellos gespielt. Die Eltern von Robert trennten sich, als er zwei Jahre alt war. Die Mutter mischte sich fast nie in sein Leben ein – sie gab ihm Taschengeld, sonst war der Junge sich selbst überlassen. De Niro wurde von den „üblen Straßen“ eines italienischen Viertels erzogen – denjenigen, die ihn später berühmt machten.

Wie die meisten Jungs war er einer der Gang-Mitglieder, die sich mit kleinen Diebstählen und mit dem Kampf um das „Territorium“ gegen ihre „Konkurrenz“ befassten. De Niro Sr. ließ sich im Leben von Robert sehr selten und immer unerwartet blicken. Als der zukünftige Star vierzehn Jahre alt war, fasste er mit seinen Kumpels den ersten „seriösen“ Plan – einen Diebstahl mit Einbruch. Alles war schon vorbereitet, als sich sein Vater einmischte und ihn aus der Verbrecherwelt für immer herauszog. Die restlichen Gang-Mitglieder verstarben oder kamen ins Gefängnis. Später scherzte De Niro, dass er sein Leben dem Schauspiel gewidmet hat, da es die einzige Welt ist, wo man unbestraft alles machen kann, worauf man Lust hat.

Noch in der Schule wurden die schauspielerischen Fähigkeiten von De Niro von den anderen häufig hervorgehoben, solch eine blendende Karriere konnte ihm aber keiner zumuten – so schüchtern war dieser junge Mann, und sein Äußeres galt für jene Zeit als „unansehnlich“. Mit 16 Jahren brach De Niro sein Studium ab und ging zu einem angesehenen Schauspielkurs, wo er von den heutzutage legendären Pädagogen – Luther James und Lee Strasberg – unterrichtet wurde. Seine brillanten Fähigkeiten wurden aber lange Zeit nicht anerkannt. De Niro debütierte im Kino im Jahre 1966 in einem Versuchsfilm von Brian De Palma „The Wedding Party“, der erst drei Jahre später in die Kinos kam.

Seither spielte er oft in zahlreichen Filmen mit, aber erst im Jahre 1973 fing man an, über ihn zu sprechen, und zwar nach dem Film Hexenkessel („Mean Streets“), der von einem anderen „Kind“ der italienischen Viertel Martin Scorsese gedreht wurde. Genau nach einem Jahr spielte Robert De Niro den jungen Vito Corleone in dem zweiten Teil von „Der Pate“ (in dem ersten Teil übernahm diese Rolle bekanntlich Marlon Brando). Die Kritiker und die Zuschauer wurden nicht nur von seinem hervorragenden Schauspiel fasziniert, sondern auch von seiner mystischen Ähnlichkeit mit dem jungen Brando.

Seitdem erstaunte Robert De Niro seine Fans des Öfteren mit seiner Verwandlungsvirtuosität. Alle wissen, dass De Niro sich auf seine Rollen immer perfekt vorbereitete – er beherrschte perfekt den sizilianischen Akzent in dem Film „Der Pate“, lernte für das Musical „New York, New York“ Saxophon spielen, nahm für die Filme „Wie ein wilder Stier“ („Raging Bull“) und „The Untouchables – Die Unbestechlichen“ Dutzende von Kilos zu. Den Erfolg des Schauspielers kann man nur mit seiner superprofessionellen Einstellung seiner Arbeit gegenüber erklären. Robert De Niro ist fähig, sich in die Tiefen des menschlichen Charakters einzuspinnen und die feinsten psychologischen Nuancen seiner Figuren wiederzugeben.

Man soll sich nur seine Figuren anschauen: Die an dem „Vietnam-Syndrom“ Leidenden in „Taxi Driver“ und „Die durch die Höllen gehen“ („The Deer Hunter“), der Geisteskranke in „Zeit des Erwachens“ („Awakenings“), der Missionar, der den christlichen Glauben an die Indianer in „Mission“ bringt, oder der ehrliche und naive Polizist in dem Film „Sein Name ist Mad Dog“ („Mad Dog and Glory“). Seine erstaunlichsten Rollen wurden aber nicht diese, sondern die klassisch gewordenen Rollen in „1900“, „Der letzte Tycoon“, „Once Upon a Time in America“. Nicht weniger bedeutend sind seine Rollen in dem Musical „New York, New York“, den Komödien „Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“ und „The King of Comedy“ sowie in dem Drama „Wie ein wilder Stier“ („Raging Bull“). Am unübertrefflichsten kann man aber eine Reihe der Antagonisten von De Niro nennen, die man ohne Übertreibung als Anthologie des Bösen bezeichnen kann. Von diesen Rollen gibt es sehr viele – von Mafia-Bossen, inklusive den berühmten Al Capone, bis zum Lustmörder in „Kap der Angst“. An einem Pol dieser Reihe von Rollen ist der raffinierte Lucifer in „Angel Heart“, an dem anderen ist der erbärmliche Mensch, der seine Familie in „This Boy’s Life“ terrorisiert, den auch die heftigsten Fans des Schauspielers totschlagen wollten.

Wie ist er im täglichen Leben?


Im realen Leben ist Robert De Niro eine sehr freundliche und intelligente Person, dabei ist er recht zurückgezogen – den Löwenanteil seiner Honorare gibt er dafür aus, dass sein Privatleben nicht in die Medien kommt. Selbst seine Restaurants eröffnete er nicht wegen Geld, sondern um die Möglichkeit zu haben, sich mit seinen Freunden zu treffen. Ähnlich wie eine seiner Figuren Corleone bevorzugt De Niro es, schlechte Nachrichten sofort zu erfahren. Seine Agenten wissen, dass die Verschleierung bzw. die Beschönigung von Tatsachen der direkte Weg zur Kündigung ist. Robert De Niro wartet immer auf das Schlimmere, aber nicht weil er pessimistisch eingestellt ist.

Er ist fähig, alle Schwierigkeiten zu bewältigen, er muss aber geistig darauf vorbereitet sein.

Eine seiner berühmten Äußerungen ist die aus dem Film „The King of Comedy“: „Es ist besser, einen Tag König zu sein, als das ganze Leben Dreck zu sein“.

Der große Schauspieler konnte bereits mit 30 Jahren König werden, der Glanz seiner Herrschaft auf dem Bildschirm beleuchtet sein Leben bis heute.
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